Was bedeutet Weiblichkeit?

Was bedeutet Weiblichkeit?

Wie ich auf diese Frage gekommen bin

Ich hatte mir bis vor ein paar Tagen noch nie die Frage gestellt, was Weiblichkeit wirklich bedeutet. Das, was ich in meiner Kindheit und auch im späteren Leben darüber erfahren habe, hatte ich einfach in mein Verständnis von Weiblichkeit übernommen. Und da es mir nicht gefiel, lehnte ich es ab. Schon als Kind wollte ich zum Beispiel keine Kleider tragen. Und wenn du mich kennst, dann weißt du, dass ich mich auch meinem weiteren Leben sehr oft absichtlich vom typisch „Weiblichen“ entfernte.

Seit dem letzten Seminar meiner Coaching-Ausbildung klingt das Thema Weiblichkeit wie eine leise Glocke in meinem Unterbewusstsein mit. Da ich Weiblichkeit auf die Weise, wie ich sie bisher definiert habe, so sehr ablehnte, habe ich mich nun endlich mal genauer hingesehen. Denn an dem, was wir ablehnen, halten wir unbewusst fest und verlieren daran jeden Tag Energie.

Im Zwiespalt der Weiblichkeit

Auf der einen Seite lehnte ich weibliche Eigenschaften ab, gleichzeitig wollte ich aber gerade als Frau auch irgendwie weiblich sein. Bereits im Kindergarten hieß es „ih das ist eine Mädchenfarbe“. So ist es kein Wunder, dass ich erstens die Farbe Pink nicht leiden konnte und zweitens nicht als Mädchen gelten wollte. Denn wenn man sich solche Aussprüche sehr zu Herzen nimmt, kommt man zu dem Entschluss, dass Mädchen aus einer Farbe etwas ekeliges machen. In der Pubertät bemerkte ich dann doch, dass ich weiblich bin und versuchte, mich irgendwie in meine Rolle hineinzufinden, was mir so mäßig gut gelang. Ich probierte verschiedene Schminkstile aus und quälte mich in hohe Schuhe. Die Sache mit der Mode habe ich ehrlich gesagt bis heute nicht richtig verstanden. Und dann kamen auch noch die ganzen Einflüsse aus Werbung und Co., die von Frauen verlangten lange Beine und flache Bäuche zu haben.

Kurzum: Ich glaube, dass meine Ablehnung des Weiblichen daraus resultierte, dass..

  • Weiblichkeit und weibliche Eigenschaften oft negativ bewertet wurden
  • Weiblichkeit auf eine Weise definiert wurde, die mir nicht gefällt

Wenn du bis hier gelesen hast, und ähnlich wie ich empfindest oder dich fragst, wie man jetzt aus dieser Misere raus kommt, dann solltest du unbedingt meine Gedanken dazu lesen,

  • wie wir Weiblichkeit neu (bzw. nicht) bewerten können
  • wie wir Weiblichkeit auf eine Weise definieren können, die dir garantiert gefällt

Weiblichkeit neu bewertet

Alles auf der Welt hat einen Gegenpol. Nur durch die Existenz beider Gegensätze im Yin und Yang Zeichen kann der Kreis entstehen. Männlichkeit und Weiblichkeit sind Gegenpole, die gemeinsam das Ganze bilden und ohne einander nicht existieren können. Hierbei gibt es keine Wertung. Nichts ist besser oder schlechte als das andere. Da es nie den einen Pol ohne den anderen gibt, hat jeder Menschen, egal welchen Geschlechts, immer einen weiblichen und männlichen Anteil in sich.

Um unsere Mitte zu finden, gesund zu sein und in unsere Kraft zu kommen, brauchen wir das Gleichgewicht der weiblichen und männlichen Energie in uns.

Weiblichkeit aus einer befreienden Perspektive

Das Weibliche in jedem und jeder von uns zeigt sich, wenn wir unsere Intuition leben und unser Herz spüren. Wenn wir kreativ sind, geschehen lassen, loslassen und frei sind. Im Gegensatz hierzu steht das männliche Prinzip, bei dem wir uns unserem Verstand bedienen und zielgerichtet handeln. Es steht für Sicherheit und Struktur. Das Weibliche hingegen ist diffus und fließt, ist pure Hingabe und Vertrauen in sich selbst.

Wie ihr unschwer erkennen könnt, hat Weiblichkeit in ihrer puren Form nichts mit Äußerlichkeiten zu tun, die uns als „weiblich“ verkauft werden – sie hat nichts mit langen Haaren, String Tangas, Kleidern oder Schminke zu tun. Wenn, dann hat das Perfektionsstreben und das Konkurrenzdenken, was sich oft dahinter verbirgt, eher männlichen Charakter. Auch Eigenschaften, die stereotypisch Frauen zugeordnet werden, wie etwa Schwäche, Bedürftigkeit, Naivität oder etwa die Unfähigkeit, einzuparken, haben nichts mit der wahren Bedeutung von Weiblichkeit am Hut. Weiblichkeit bedeutet, in Liebe mit sich selbst und mit anderen zu SEIN. Seine weibliche Energie zu leben, bedeutet ein tiefes Selbstvertrauen zu sich selbst zu entdecken und aus diesem Urvertrauen heraus zu erschaffen.

Nachdem ich dies begriffen habe, sehe ich die Welt und mich selbst aus anderen Augen. Ich fange an, zu verstehen, warum sich mein Leben oft ungerecht und wie ein Kampf angefühlt hat und was es für mich bedeuten kann, meine weibliche Energie anzuerkennen. Ich hoffe, dass ich auch euch neugierig auf eure weibliche Seite gemacht habe und berichte bei Gelegenheit, was sich bei mir durch diese Erkenntnis verändert hat.

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Anne Heintze

    Was für ein schöner Artikel, liebe Farina!
    Sehr ermutigend. Ich danke dir von Herzen für deine weisen Worte.
    Herzlichst, deine Anne

  2. Yesica

    Wie schön ist es, dass du aus deiner Erfahrung sprichst, weil es zeigt, dass es real ist. Oft sind wir etwas verwirrt, wenn wir sehen, dass eine Frau weiblicher als andere ist weil sie mehr Make-up benützt oder mehr Style als die andere hat.
    Es geht nur um Selbstvertrauen und darum, sich nicht schwach zu nennen🙋
    Liebe Grüße
    YG

  3. Katharina 1 Fukas

    Super schön geschrieben. Lg kathi

  4. Brigitte

    Woah, wunderschön Farina. Ich bin begeistert. Klar auf den Punkt, ehrlich, persönlich und gleichzeitig mit Mehrwert für den Leser. Danke für deinen Mut!
    Ich freue mich schon mehr von dir zu lesen!
    Liebe Grüße
    Brigitte

  5. Hong Sang Ha

    Liebe Farina,
    ich graturliere dir herzlich zu deinem wundervollen ersten Blogartikel, der so offen und liebevoll ist!
    Alles Liebe,
    Sang

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